Projekte von Mitgliedern der MG Burgdorf

Spitfire

Die Spitfire hat es mir wegen der schönen elliptischen Flügelgeometrie angetan. Also ging ich auf die Suche nach einem passenden Plan oder Bausatz. Ich wurde fündig bei Meister Planes USA. Er hat eine Spitfire mit 96inch Spannweite im Programm. Nicht gerade superscale dafür leicht und alles aus Holz. Die Fotos dazu sahen vielversprechend aus. Also bestellte ich zwei mal den "full kit (wood only)". Einen für mich, einen für einen Kollegen.

Die Sendung kam recht schnell. Kleine Schachtel mit viel Holz und einem Plan. Dazu eine sog. "Scratch Build Wood List". Das ist keine eigentliche Stückliste sondern eine Liste der gelieferten Holzleisten Bretter etc. mit einem Hinweis auf die Verwendung. Alles in Zoll- Massen natürlich. Mit der Zeit bekam ich den Überblick was zu was gehört.

Also frisch ans Werk und mit dem Rumpfbau beginnen. Vorgesehen nach Plan ist ein 2-Takt Supertigre 2000 oder 3000. Ich hatte noch einen DLE55 und der musste rein. Bald sah ich ein, dass das wegen des Auspuffs nicht gehen wird. Der Krümmer würde aus dem Rumpf ragen. Also suchte ich Alternativen. Ich stiess auf den DLE55RA d.h. mit Heckauslass.

 

Nächtes Problem war der Dämpfer. Die Amis nehmen halt die sog "Pitts Muffler", das ist ein kleiner Dämpfer mit zwei Auspuffröhrli nach unten. Zu lärmig für hier! Also habe ich versucht einen Krummscheid Dämpfer einzubauen. Motorspant verschieben. Platz über dem Flügel für den Dämpfer nutzen. Siehe Fotos.

 

 

Damit der Flieger nicht überhitzt habe ich hinter dem Flügel um Rumpfboden eine Öffnung gelassen. Leitbleche trennen Ansaugfrischluft von der Kühlluft. Suboptimal ist die Länge des Krümmers, aber es ging einfach nicht anders. Ein Test auf dem Prüfstand zeigte, dass der Motor auch so gut geht. Leistung ist genug da. 

Schlussendlich konnte für jedes Problem eine Lösung gefunden werden. Am Rumpf ist nun alles von der Flügelhinterkante bis zum Spinner nicht mehr nach Plan aber alles hat gerade so knapp Platz. 

Die Flügel gaben wenig Probleme. Fahrwerk ist von EMS. Beim Testen ist mir noch eine Verpolung passiert. Also hat's geraucht. SMD Transistoren aus- eingelötet und es ging wieder.

Es gab viel, sehr viel Schleifstaub und der Rohbau war endlich geboren. Wie weiter? Solartex Gewebe drauf und dann das grosse Problem der Farbgebung. Da ich keine Spriztkabine oder so etwas habe, war ich auf Spraydosen angewiesen (Duplicolor Art). Ich bestellte bei Calligraphics in USA die Kleber zum Australischen Spitfire und besorgte die Spraydosen. Die Waschküche ist heute noch etwas grün aber schlussendlich nach etwa 15 Dosen war alle Farbe drauf. Nach den Klebern noch das ganze mit 2K Klarlack matt (aus der Dose!) versiegelt und fertig war der Flieger. Gewicht etwa 10 kg was bei der Grösse von 2.44m sehr gut ist.

 

 Der Erstflug verlief ohne Probleme. Auch wenn am Boden nicht sehr scale ist das Flugbild super. Die Landungen sind schwierig da der Gleitwinkel zu gut ist. Diese Spitfire hat keine Klappen und das ist echt ein Problem. Daher habe ich entschieden Spreizklappen nachzurüsten.

 

 

Der Bau hat Spass gemacht. Die Stunden habe ich nicht gezählt. Selber bauen ist halt doch am Besten....